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Kündigung ▷ kennen Sie Ihre Rechte & Pflichten – Ihr Ratgeber

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Inhaltsverzeichnis
Lesedauer 6 Minuten

 

Die Beendigung eines Vertrags- oder Arbeitsverhältnisses erfolgt durch eine einseitige Kündigung. Viele Menschen empfinden dies als überraschend oder befreiend. Dabei ist eine Kündigung eine normale Angelegenheit: Fast jeder Arbeitnehmer wird im Laufe seiner beruflichen Laufbahn damit konfrontiert. Um jedoch wirksam zu sein, muss eine Kündigung bestimmte zulässige Gründe, Fristen und Bedingungen erfüllen.

Im Folgenden erläutern wir die Rechte und Pflichten sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer, die beachtet werden müssen. Darüber hinaus stellen wir zahlreiche Beispiele, Muster und Formulierungen für eine Kündigung im Arbeitsvertrag zur Verfügung.

Was ist eine Kündigung?

Eine Kündigung ist eine einseitige Beendigung eines Vertrags- oder Arbeitsverhältnisses durch eine der beteiligten Parteien. Sie stellt eine rechtliche Erklärung dar, mit der eine Vertragspartei ihre Absicht ausdrückt, den bestehenden Vertrag aufzulösen. Eine Kündigung kann sowohl von einem Arbeitgeber gegenüber einem Arbeitnehmer als auch umgekehrt erfolgen.

Eine Kündigung kann verschiedene Gründe haben, wie zum Beispiel eine Vertragsverletzung, wirtschaftliche Notwendigkeiten, betriebliche Umstrukturierungen oder persönliche Gründe. Es ist wichtig zu beachten, dass eine Kündigung bestimmte rechtliche Anforderungen erfüllen muss, um wirksam zu sein, wie z.B. die Einhaltung von Kündigungsfristen und gegebenenfalls die Angabe von Kündigungsgründen, je nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen und dem individuellen Arbeitsvertrag.

Die verschiedenen Kündigungsarten

Es gibt verschiedene Arten von Kündigungen, die je nach Art des Vertrags– oder Arbeitsverhältnisses angewendet werden können. Hier sind einige gängige Kündigungsarten:

  • Ordentliche Kündigung: Eine ordentliche Kündigung erfolgt unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist. Sie kann von beiden Vertragsparteien – Arbeitgeber oder Arbeitnehmer – ausgesprochen werden, sofern die gesetzlichen Bestimmungen und vertraglichen Vereinbarungen eingehalten werden.
  • Außerordentliche/fristlose Kündigung: Eine außerordentliche Kündigung, auch fristlose Kündigung genannt, erfolgt ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist. Sie wird in der Regel nur in schwerwiegenden Fällen angewendet, wenn eine Vertragspartei gegen wesentliche Vertragspflichten verstoßen hat, wie z.B. Diebstahl, Betrug oder grobe Verletzung der Arbeitsplatzsicherheit.
  • Änderungskündigung: Bei einer Änderungskündigung schlägt der Arbeitgeber eine Änderung der bestehenden Vertragsbedingungen vor, etwa eine Anpassung des Gehalts, der Arbeitszeit oder des Arbeitsorts. Falls der Arbeitnehmer die vorgeschlagenen Änderungen nicht akzeptiert, kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis kündigen.
  • Betriebsbedingte Kündigung: Eine betriebsbedingte Kündigung erfolgt aus wirtschaftlichen Gründen, wenn zum Beispiel ein Unternehmen Arbeitsplätze abbauen oder eine Betriebsstätte schließen muss. Hierbei gelten besondere rechtliche Vorgaben, wie die Sozialauswahl, bei der bestimmte Kriterien zur Auswahl der zu kündigenden Mitarbeiter herangezogen werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass die genauen Regelungen und Bedingungen für Kündigungen von Land zu Land und von Arbeitsvertrag zu Arbeitsvertrag unterschiedlich sein können. Es empfiehlt sich daher, rechtlichen Rat oder den Arbeitsvertrag selbst zu konsultieren, um genaue Informationen zu den spezifischen Kündigungsarten und -bedingungen zu erhalten.

Kündigung Vertrag: Was muss ich beachten?

Bei einer Kündigung eines Vertrags gibt es einige wichtige Punkte, die du beachten solltest. Hier sind einige allgemeine Aspekte, die relevant sein können:

  • Vertragsdokumente prüfen: Überprüfe den Vertrag, den du kündigen möchtest, sorgfältig. Schaue nach, ob es spezifische Bestimmungen oder Klauseln gibt, die sich auf die Kündigung beziehen. Beachte insbesondere die Kündigungsfrist, um sicherzustellen, dass du diese einhältst.
  • Kündigungsfrist einhalten: Die meisten Verträge enthalten eine festgelegte Kündigungsfrist, die eingehalten werden muss. Die Frist kann vertraglich festgelegt sein oder gesetzlich vorgeschrieben sein. Stelle sicher, dass du die entsprechende Frist einhältst, um deine Kündigung wirksam zu machen.
  • Schriftliche Kündigung: Eine Kündigung sollte in der Regel schriftlich erfolgen, um nachweisbar zu sein. Formuliere eine eindeutige und präzise Kündigungserklärung, in der du klar angibst, dass du den Vertrag kündigen möchtest. Gib auch das genaue Datum an, an dem die Kündigung wirksam werden soll.
  • Kündigungsgründe (falls erforderlich): Je nach Art des Vertrags kann es sein, dass du Kündigungsgründe angeben musst. Überprüfe, ob dies notwendig ist und ob es spezifische Anforderungen gibt, wie die Begründung der Kündigung.
  • Kommunikation mit Vertragspartner: Informiere deinen Vertragspartner rechtzeitig über deine Kündigungsabsicht. Stelle sicher, dass du die Kündigung an die richtige Person oder Institution sendest und dass du den Nachweis über den Erhalt der Kündigung aufbewahrst (z.B. per Einschreiben mit Rückschein).
  • Rechtliche Beratung einholen: Wenn du unsicher bist oder spezifische Fragen zur Kündigung deines Vertrags hast, ist es ratsam, rechtlichen Rat einzuholen. Ein Anwalt oder eine Rechtsberatungsstelle kann dir helfen, deine Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit der Kündigung zu verstehen.

Gesetzliche Kündigungsfristen

Die gesetzlichen Kündigungsfristen können je nach Land und Art des Vertrags unterschiedlich sein. Im Folgenden gebe ich dir einen Überblick über die gesetzlichen Kündigungsfristen für Arbeitsverträge in Deutschland gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB):

  1. Probezeit: Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis in der Regel mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen von beiden Seiten gekündigt werden.
  2. Nach der Probezeit: Nach Ablauf der Probezeit gelten gestaffelte Kündigungsfristen, die von der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängen. Hier sind die allgemeinen gesetzlichen Fristen:
    • Bis zu 2 Jahre Betriebszugehörigkeit: 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.
    • 2 bis 5 Jahre Betriebszugehörigkeit: 1 Monat zum Ende eines Kalendermonats.
    • 5 bis 8 Jahre Betriebszugehörigkeit: 2 Monate zum Ende eines Kalendermonats.
    • 8 bis 10 Jahre Betriebszugehörigkeit: 3 Monate zum Ende eines Kalendermonats.
    • 10 Jahre oder mehr Betriebszugehörigkeit: 4 Monate zum Ende eines Kalendermonats.
  3. Tarifvertragliche Regelungen: Es ist wichtig zu beachten, dass in vielen Branchen Tarifverträge gelten können, die von den gesetzlichen Kündigungsfristen abweichen können. In solchen Fällen gelten die Kündigungsfristen gemäß dem jeweiligen Tarifvertrag.

Zugang der Kündigung

Der Zugang der Kündigung bezieht sich darauf, wann die Kündigungserklärung beim Empfänger rechtlich wirksam zugestellt wird. Der Zeitpunkt des Zugangs ist wichtig, da ab diesem Zeitpunkt die Kündigungsfrist zu laufen beginnt.

In der Regel gilt folgendes:

  • Persönliche Übergabe: Wenn die Kündigung persönlich übergeben wird, gilt sie in dem Moment als zugestellt, in dem der Empfänger die Kündigung physisch in Empfang nimmt.
  • Einschreiben: Wenn die Kündigung per Einschreiben versendet wird, gilt sie als zugestellt, sobald der Empfänger das Einschreiben tatsächlich entgegennimmt. Der Nachweis der Zustellung kann über den Rückschein erbracht werden.
  • Einwurf-Einschreiben: Bei einem Einwurf-Einschreiben wird das Schreiben in den Briefkasten des Empfängers eingeworfen. In diesem Fall gilt die Kündigung als zugestellt, sobald das Schreiben in den Briefkasten eingeworfen wurde.
  • Fax oder E-Mail: Wenn die Kündigung per Fax oder E-Mail versendet wird, ist der Zugang der Kündigung dann gegeben, wenn sie in den Verantwortungsbereich des Empfängers gelangt ist. Dies kann durch einen Übertragungsbericht (Fax) oder eine Lesebestätigung (E-Mail) nachgewiesen werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Zugang der Kündigung im Streitfall nachgewiesen werden muss. Daher ist es ratsam, den Versand der Kündigung nachvollziehbar zu dokumentieren, beispielsweise durch Einschreiben oder durch Aufbewahrung der Sendeberichte bei Fax oder E-Mail.

Kündigung in der Probezeit

Während der Probezeit gelten in der Regel besondere Regelungen für Kündigungen. Hier sind einige wichtige Informationen dazu:

  • Kündigungsfrist: In der Regel ist während der Probezeit eine verkürzte Kündigungsfrist vorgesehen. Gemäß § 622 Abs. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) beträgt die Kündigungsfrist während der Probezeit in der Regel zwei Wochen.
  • Kein Kündigungsgrund erforderlich: Während der Probezeit ist es in der Regel nicht erforderlich, einen spezifischen Kündigungsgrund anzugeben. Das bedeutet, dass sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis ohne besonderen Grund kündigen können.
  • Tarifvertragliche Regelungen beachten: Es ist wichtig zu prüfen, ob in deinem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag abweichende Regelungen für die Kündigung während der Probezeit festgelegt sind. Tarifverträge können individuelle Regelungen bezüglich der Kündigungsfrist oder bestimmte Kündigungsgründe enthalten.
  • Schriftliche Kündigung: Eine Kündigung während der Probezeit sollte schriftlich erfolgen, um den Nachweis zu sichern. Eine klare und eindeutige Kündigungserklärung, die den Willen zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum Ausdruck bringt, ist empfehlenswert.
  • Sonderregelungen bei Verlängerung der Probezeit: Es ist möglich, dass die Probezeit verlängert wird, entweder durch eine ausdrückliche Vereinbarung zwischen den Parteien oder durch gesetzliche Vorschriften. In diesem Fall können sich die Kündigungsfristen entsprechend verlängern.

Kündigung schreiben: Wie kündigt man richtig?

 

Sehr geehrter [Name des Empfängers],

hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis gemäß § [relevanten Paragraphen des Arbeitsvertrags oder des geltenden Arbeitsrechts] fristgerecht zum [Datum, an dem die Kündigung wirksam werden soll].

[Optional: Begründung der Kündigung, falls erforderlich oder gewünscht. Zum Beispiel: Aufgrund einer betrieblichen Umstrukturierung ist es notwendig, Stellen abzubauen, wodurch auch Ihr Arbeitsplatz betroffen ist.]

Ich bitte Sie, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um eine reibungslose Übergabe meiner Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu gewährleisten.

[Optional: Ausdruck der Wertschätzung oder Dank für die bisherige Zusammenarbeit. Zum Beispiel: Ich möchte Ihnen für die Möglichkeit danken, Teil dieses Teams zu sein und für die Erfahrungen, die ich während meiner Beschäftigung sammeln konnte.]

Ich stehe selbstverständlich zur Verfügung, um an einem geeigneten Zeitpunkt ein Abschlussgespräch zu führen und etwaige offene Fragen zu klären.

Bitte bestätigen Sie den Erhalt dieser Kündigung schriftlich.

Mit freundlichen Grüßen, [Dein Name] [Deine Kontaktdaten]

Kündigungsschreiben Beispiel: Vorlage für Arbeitnehmer

 

[Dein Name] [Deine Adresse] [PLZ, Ort] [Datum] [Name des Arbeitgebers] [Name der Firma] [Adresse des Arbeitgebers] [PLZ, Ort]

Betreff: Kündigung meines Arbeitsverhältnisses

Sehr geehrte/r [Name des Arbeitgebers],

hiermit kündige ich mein derzeitiges Arbeitsverhältnis bei [Name der Firma] fristgerecht gemäß § [relevanten Paragraphen des Arbeitsvertrags oder des geltenden Arbeitsrechts]. Die Kündigung soll zum [Datum, an dem die Kündigung wirksam werden soll] wirksam werden.

[Begründung der Kündigung, falls gewünscht oder erforderlich. Zum Beispiel: Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschieden, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen, die meinen persönlichen und beruflichen Zielen besser entspricht.]

Ich bedanke mich herzlich für die Möglichkeiten, die mir während meiner Beschäftigungszeit bei [Name der Firma] geboten wurden. Ich habe in dieser Zeit wertvolle Erfahrungen gesammelt und schätze die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen.

Ich werde selbstverständlich meinen vertraglichen Verpflichtungen bis zum Ende der Kündigungsfrist nachkommen und stehe Ihnen für einen reibungslosen Übergabeprozess zur Verfügung. Gerne bin ich bereit, in einem persönlichen Gespräch offene Fragen zu klären oder weitere Details zu besprechen.

Bitte bestätigen Sie den Erhalt dieses Kündigungsschreibens schriftlich und teilen Sie mir gegebenenfalls weitere Informationen oder Anweisungen mit.

Ich bedanke mich für Ihre bisherige Unterstützung und wünsche Ihnen und dem gesamten Team von [Name der Firma] weiterhin viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen,

[Dein Name] [Deine Unterschrift (bei ausgedrucktem Schreiben)] [Deine Kontaktdaten]

 

 

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